Mund auf für die Zukunft: Lautstarker Protest (fast) überall im Land

Bundesweit haben heute tausende Zahnärztinnen und Zahnärzte ihre Praxen geschlossen, um gegen die aktuelle Gesundheitspolitik der Bundesregierung zu protestieren. Bereits vergangene Woche gingen Zahnärztinnen und Zahnärzte in München auf die Straße und demonstrierten gegen Leistungskürzungen, überbordende Bürokratie und Fachkräftemangel. Es ist die krankende Versorgungslage für die Patientinnen und Patienten, die im Mittelpunkt der bundesweiten Proteste steht. „Schluss mit Lücken, Herr Lauterbach, Zahnmedizin braucht Zukunft“, war das Motto in Bayern, „Mund auf – Praxis zu“, hieß es in Niedersachsen, wo der FVDZ, die Kassenzahnärztliche Vereinigung (KZV) sowie die Zahnärztekammer (LZK) zu Praxisschließungen und Protest aufgerufen hatten. In Baden-Württemberg blieben die Zahnarztpraxen ebenfalls weitgehend dicht. Die Zahnärzteschaft hat dort unter dem Motto „Wir müssen reden“ zu einem „Sprechtag statt Behandlungstag“ aufgerufen, um Bevölkerung wie auch Politiker über die Auswirkungen der aktuellen gesundheitspolitischen Entscheidungen auf die zahnärztliche Versorgung zu informieren. In vielen Städten Baden-Württembergs protestierten Zahnärztinnen und Zahnärzte damit für eine flächendeckende Versorgung und die Zukunft der Zahnmedizin. In Berlin wurde der Slogan „Zähne zeigen – gegen kranke Gesundheitspolitik“ der aktuellen Kampagne der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung aufgegriffen. Symbolisch um Fünf vor Zwölf versammelten sich in der Hauptstadt zahlreiche Zahnärztinnen und Zahnärzte und legten den Ku’damm für eine Viertelstunde lahm. „Lauterbach muss weg“, skandierten sie unter lautstarkem Trillerpfeifenkonzert. Zuvor wurden die Forderungen seriöser formuliert in einer Podiumsveranstaltung direkt an die Politik adressiert. „Sofort Schluss – Zahnärztliche Versorgung in Gefahr“ hieß es in Koblenz. Auch in Rheinland-Pfalz hatten Kammer, KZV und FVDZ gemeinsam zum Protest aufgerufen – gekommen sind rund tausend Zahnärztinnen und Zahnärzte mit ihren Teams. Trillerpfeifen und Getöse auch hier – für Bürokratieabbau, für wohnortnahe Versorgung, für eine gute Versorgung. Im benachbarten Saarland verlief der Protest leiser und ohne große Kundgebungen. Das Ziel der Praxisschließungen aber auch dort: Bessere Politik, weniger Bürokratie – für Zahnmedizin mit Zukunft.

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